Presse

„Die Spur” im Spiegel der Presse

DER KLEINE PRINZ (DE SAINT-EXUPÉRY)

Der Saal im Jubez ist voll, Antoine de Saint-Exupérys notgelandeter Pilot erzählt von seiner denkwürdigen Begegnung mit dem „kleinen Prinzen”. Das Märchen (…) ist der „Spur” ans Herz gewachsen, man sieht und spürt es bei dieser behutsamen, leisen Inszenierung von Peter M. Wolko. (…)

Nicole Bernhardt (Der kleine Prinz) und Michael Müller (Pilot) zaubern eine Atmosphäre auf die Bühne, bei der sich die großen Themen dieses Stücks -Einsamkeit und Freundschaft, rationale Weltsicht und Sensibilität- überzeugend mitteilen. Das wird noch durch ein raffiniert schlichtes Bühnenbild (Peter M. Wolko) und Kostüme (Ulrike Wolko) mit Sinn fürs witzige Details unterstützt. (…) Kinder und Erwachsene im Zuschauerraum sind berührt von den großen Fragen und tiefen Einsichten des kleinen Prinzen.

Badische Neueste Nachrichten (BNN),  Karlsruhe, 20. 7. 2005

DAS VERTRACKTE ABC (ULRIKE WOLKO)

Die Kleine Hexe ist ziemlich traurig, denn die vielen Buchstaben haben ihr zwar lecker geschmeckt, doch beim Schlemmen in der Speisekammer vermischte sie die übrig gelassenen Lettern. Es herrscht ein wildes Durcheinander. Sie bittet verzweifelt um Hilfe. Diese kommt von ihrer Freundin, der weisen Großmutter und ihrem Gedanken-Denk-Träum-Stab. “Das vertrackte ABC” ist nicht nur ein Theaterstück, sondern vor allem ein spannendes und humorvolles Märchen mit zahlreichen Tiergeschichten. Mit Hilfe der Großmutter und ihren spannenden Tierstorys gelingt es schließlich doch noch, die vielen verstreuten Buchstaben des Alphabets wieder zu ordnen. Regisseur Peter M. Wolko, der auch den Part des Erzählers übernommen hat, inszenierte die Fabel mit viel Fantasie und sein kleines Ensemble mit Ulrike Wolko als großartige, witzige und äußerst bewegliche Großmutter sowie Marcel Seekircher als wandlungsfähige, spritzige und einfühlsame Kleine Hexe, schlüpft ständig schnell und gekonnt in wechselnde Rollen. Voller Spannung verfolgten die Lidell-Schüler die humorvoll in Szene gesetzten Abenteuer aus dem Tierreich und nahmen zufrieden zur Kenntnis, dass am Ende des Stückes alle Buchstaben wieder an ihrem angestammten Platz waren. Lautstarker Beifall war ihr Dank an das Ensemble des Theaters “Die Spur”.

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Das Karlsruher Theater zeigt dieses Erzähltheaterstück für Kinder ab fünf Jahren in einer mobilen Inszenierung in Kindergärten und Schulen. Eine kleine Premiere, denn es ist das erste Mal in der bald fünfzigjährigen Geschichte des Theaters, dass es eine mobile Produktion einstudiert.

Schau.Spiel, Neckartailfingen, Heft 2/2009

DAS HEXENALPHABET  (ULRIKE WOLKO)

Wie machen die das bloß, fragten sich die Zuschauer des Theaterstücks, das “Die Spur” zeigte. Bei diesem magischen Spektakel nach der Art des Schwarzen Theaters (einer Methode aus dem alten China) schien es, als schwebten die Figuren von Zauberhand in der Luft.  Der Inhalt des Stücks stammt von Ulrike Wolko: weil die Kleine Hexe ihr Buchstabenmagazin durcheinander brachte, erzählte die Großmutter zu jedem verrutschten Buchstaben eine tolle Geschichte, die dann eben als Schwarzes Theater vorgespielt wird. Doch bald schon achtet man weniger auf die Worte, sondern blickt gebannt auf die zauberhaften Tier-Silhouetten, denen schwarz gekleidete Schauspieler (Nicole Bernhardt, Christa Fischer, Michael Casper-Müller und Marcel Seekircher) Leben einhauchen und die sich in kleinen Abenteuern über die Bühne trollen, schwimmen, kämpfen, purzeln oder verpuppen. Nur die beleuchteten Figuren sind durch einen Lichtkorridor sichtbar, alle schwarz gekleideten Puppenspieler bleiben fürs Publikum unsichtbar. Die erzielte Wirkung ist grandios: gebannt betrachten die Zuschauer einen Löwenkampf von zwei struppigen Perücken, sie sehen, wie die Unke gerade noch dem Storch entwischt, staunen über eine “quallenschöne Quedusa” und beobachten, wie der kleine Elefant Edwin zum Held wird. Elf abwechslungsreiche Miniaturen aus dem Tierreich ziehen so vor den Augen der kleinen Zuschauer vorüber. Entstanden sind die Figuren in einer Kooperation der “Spur” mit der Theater-AG der Lidellschule im vergangenen Schuljahr. Peter M. Wolko hat das Kinderbuch seiner Frau bühnentauglich gemacht und poetisch inszeniert. Vor allem die Tierfiguren, ihr Erscheinen und Verschwinden, ihr magisches Schweben, putziges Hintereinander-Hertrotten und Aufeinanderprallen im Bewegungsmuster einer Zieharmonika ist sehr hübsch anzuschauen.

Ute Bauermeister, Badische Neueste Nachrichten, Karlsruhe vom 9.10.2009

EIN ABEND MIT TUCHO  (PETER M. WOLKO/KURT TUCHOLSKY)

Wenn man sich fragt, wer wohl der schärfste Satiriker deutscher Sprache im 20. Jahrhundert war, dann wird man wohl unweigerlich auf Kurt Tucholsky kommen, der mit Texten für die Zeitschrift “Die Weltbühne” unermüdlich und hinter zahlreichen Pseudonymen versteckt die Katastrophe von 1933 aufhalten wollte. Tucholsky schied schon 1935 freiwillig aus dem Leben, und es ist bis auf den heutigen Tag niemand nachgerückt, der mit ihm gleichziehen könnte. Dass Tucholskys Texte, Glossen und Gedichte immer noch von fast schon erschreckender Aktualität sind, konnte man in dem feinen Kabarett “Ein Abend mit Tucho” des Karlsruher Theaters “Die Spur” erfahren.

Unter der Regie von Peter M. Wolko spielten und sangen Ulrike Wolko, Patrick Burkart und Michael Casper-Müller einige der Tucholsky’schen Kleinodien. Sie wurden begleitet von Reinhard Buschbeck am Klavier, der die dem Genre angepassten Kompositionen und Arrangements elegant zum Klingen brachte. Die Inszenierung, als Nummern-Kabarett angelegt und sehr zurückhaltend, fast intim dargeboten, kam Tucholskys Texten sehr entgegen; besaß der doch die seltene Fähigkeit, Dinge einfach zu sagen ohne sie zu simplifizieren. In der SPD erkannte er seinerzeit ein Radieschen, das, wie im gleichlautenden Gedicht, nur von außen rot erscheint, aber sonst mit der herrschenden Klasse auf Duzfuß steht. Und auch sein “Merkt ihr nischt?” von 1921, in dem es heißt: “Vorn der Militärsoldat/und die Ideale – /hinten steht ein Syndikat:/zahle, Dummkopf, zahle”; scheint sich nicht allzuviel verändert zu haben. Kurz: Ein allemal sehens- und hörenswertes Programm, dem auch der gebührende Applaus zukam.

Jens Wehn, Badische Neueste Nachrichten, Karlsruhe vom 2.3.2010



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