Stücke
EIN ABEND MIT TUCHO
Literarisches Kabarett von Peter M. Wolko
mit Gedichten, Chansons und Prosa von Kurt Tucholsky
Musik von Michael Postweiler, Karol Bender u. a.
Kurt Tucholsk, ein sensibler Wortkünstler, eleganter Stilist und virtuoser Polemiker, war einer der bedeutendsten Satiriker und Gesellschaftskritiker in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, der so leicht keinen ebenbürtigen Konkurenten im Sprachraum hat. Der brillante Spötter und Satiriker hat im Laufe seines Lebens viele freche Gedichte, Gesänge und subtile Chansons der literarischen Form geschrieben. Seine Beziehung zur heiteren Muse war ein interessantes und farbiges Kapitel seiner Biographie, der er bis in die letzten Jahre seines Lebens treu geblieben ist. Für ihn, den exzellenten Klavierspieler, war und blieb die musikalische Sprache die Seele des Chansons. Im Mittelpunkt unseres neuen Tucholky-Programms steht – neben dem Kritiker von Kleinbürgertum, Selbstzufriedenheit und Obrigkeitsdenken – der skeptische, aber geniale “Troubadour von der Spree” als Schöpfer zahlreicher Chansons über die menschlichen Unzulänglichkeiten und die Liebe sowie der brillante Gesellschaftskritiker. Denn heute, über 70 Jahre nach seinem Tode, haben die zärtlichen und frechen, boshaften und besinnlichen Texte aus seiner Feder nur wenig von ihrer Aktualität verloren.
Unter der Regie von Peter M. Wolko spielen uns singen Ulrike Wolko, Patrick Burkart und Michael Casper-Müller, am Klavier begleitet von Reinhard Buschbeck.
Premiere der Wiederaufnahme: 16. Oktober 2010, Vorstellungen im Oktober 2010 und Januar 2011
DIE ZOOGESCHICHTE
Stück in einem Akt von Edward Albee
Das Erstlingswerk des amerikanischen Autors Edward Albee ist zwar vor gut einem halben Jahrhundert geschrieben, aber heute noch hoch aktuell. In einer Zeit, in der Realschüler oder Gymnasiasten mit Molotow-Cocktails oder den Waffen ihres Vaters Amok laufen und ihre Mitschüler und Lehrer ums Leben bringen, bietet sich das Stück, das von der Isolierung und Kontaktlosigkeit des Menschen in einer als drohend empfundenen Umwelt und seiner Vereinsamung in der pluralistischen Gesellschaft handelt, geradezu als Diskussionsgrundlage für junge Leute, aber auch Pädagogen und Erzieher an. Der Einakter stellt nämlich die Rebellion eines Einzelgängers dar, der zwischen sich und der leistungs- und konsumorientierten Massengesellschaft Gitterstäbe errichtet sieht. Denn jene, die in der sogenannten Freiheit leben, zwingen alle, die mit ihrem System nicht konform gehen, in die Unfreiheit und Isolation. Das Stück zeigt den zähen und undurchdringlichen “Kampf” zweier Gegner, die einander nicht verstehen und infolgedessen gar nicht zu einander finden können. Der Autor stellt in seinen brillant geschliffenen Dialogen und absurden Metaphern im Stück zur Schau, wie zunehmende Lieblosigkeit zur Verrohung und dazu führen kann, dass in unserer pluralistischen Gesellschaft die Einsamkeit wie eine Infektionskrankheit grassiert. Ähnlich geht es vielen jungen Leuten heutzutage, die von Ihresgleichen oder ihren Eltern oder Lehrern nicht verstanden werden, keine Liebe erhalten und deshalb in der Isolation und Einsamkeit verharren.
In der Inszenierung und im Bühnenbild von Peter M. Wolko spielen Patrick Burkart (Jerry) und Michael Casper-Müller (Peter).
Premiere: 5. November 2010, Vorstellungen im November 2010 und Januar 2011
DAS HEXENALPHABET
Magisches Spektakel von Ulrike Wolko
für Kinder ab 5 Jahre und Erwachsene
“In Afrika, einem großen Kontinent, auf dem seltene Tiere zuhause sind, lebt auch ein Chamäleon mit Namen Clara. Dieses seltene Echsentier kann mit seinen Augen in alle Richtungen schauen und mit seiner Schleuderzunge blitzschnell nach jeder Beute schnappen. Clara hat zwei Brüder, Cronus und Claus, denen sie gerne beim Kämpfen zuschaut. Denn dabei blähen sie sich auf, fauchen und wechseln sogar ihre Körperfarbe. Damit wollen Sie den Weibchen gefallen und sie erobern. Vom Farbenwechsel ist Clara vor allem fasziniert, weil sie ihre Farbe nicht wechseln kann.”
So beginnt eine der lustigen, witzigen und spannenden Geschichten aus dem Tierreich, die sich auch mit dem Alphabet befassen, nachdem die Kleine Hexe übermütig ihr Buchstabenmagazin durcheinander gebracht hat. Nur mit Hilfe ihrer Freundin, der Großmutter, wird der Buchstabensalat wieder geordnet. Denn der Großmutter fallen fantastische Geschichten ein. Wie von Geisterhand geführt tauchen Fische und andere tierische Gestalten aus dem Nichts auf und schweben über die Bühne, Löwen in menschlicher Gestalt kämpfen miteinander. In der faszinierenden Welt des Schwarzen Theaters formen sich zauberhafte Bilder und entstehen, unterstützt von kongenialer Musik, magische Illusionen, durch die die kleinen und großen Zuschauer in ein Traum- und Zauberland entführt werden und für sechzig Minuten dem Alltag entschwinden können.
Die Produktion ist ein gemeinsames Projekt unseres Theaters mit der Theater-AG der Lidell-Förderschule in Karlsruhe. In der Inszenierung von Peter M. Wolko spielen Ulrike Wolko (Erzählerin), Nicole Bernhardt (Großmutter), Christa Fischer (Kleine Hexe), Michael Casper-Müller und Marcel Seekircher. Die Requisiten wurden von zehn Schülern und vier Lehrkräften im letzten Schuljahr hergestellt.
Premiere der Wiederaufnahme: 10. Dezember 2010, Vorstellungen im Dezember 2010
DOCH EINE SPUR VON THEATER
mit Szenen aus Stücken von Antoine de Saint-Exupéry (Der kleine Prinz), Ulrike Wolko (Das Hexenalphabet), Peter M. Wolko/Johann Wolfgang von Goethe (Reineke Fuchs), Edward Albee (Die Zoogeschichte) und Kurt Tucholsky/Peter M. Wolko (Ein Abend mit Tucho)
Anlässlich des 50. Bestehens unseres Theaters
Festaufführung: 14. Mai 2011